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Wahlprüfstein zum geplanten Delfinarium auf Rügen
zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 17.09.06.
Da der Schutz der Tiere als Staatsziel im Grundgesetz verankert
ist und auch in Mecklenburg-Vorpommern Verfassungsrang genießt,
erhält er als politische Aufgabe eine wesentliche Bedeutung.
Aus diesem Grund hat die Tierrechtsinitiative Die Delfinbefreier
vor der anstehenden Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern PolitikerInnen
nach ihrem Standpunkt zum geplanten Bau eines Delfinariums auf der
Ostseeinsel Rügen befragt.
Hierbei stellte sich heraus, dass parteiübergreifend starke Vorbehalte
gegenüber diesem geplanten Projekt bestehen; in den Antwortschreiben
sprechen sich rund 95% der PolitikerInnen gegen das Delfinarium
aus.
Hier die detaillierten Statements:
Bündnis 90/Die Grünen
WASG
PDS
Familienpartei
SPD
Einzelbewerber
CDU
FDP
-- Bündnis 90/Die
Grünen
Petra Jans, Bündnis 90/Die Grünen, das geplante Delfinarium
liegt in ihrem Wahlkreis,
Wahlkreis 34, Rügen II:
Vielen Dank für Ihre Anfrage. Umwelt, -Natur und Tierschutz sind
schon immer ureigene Themen der Grünen. Das gilt auch für die Bündnis
90/DIE GRÜNEN der Insel Rügen.
Den Bau eines Delfinariums auf Rügen lehne ich u.a. ab, weil Delfine
in einem so kleinen Becken, wie auf Rügen geplant, nicht artgerecht
leben können.
Wie schon in Ihrer Anfrage erwähnt, schwimmen Delfine in Freiheit
täglich 250 Kilometer und tauchen 500 Meter tief. Welch eine Tierquälerei,
sie einzusperren. Für eine umstrittene Therapie die Delfine diesem
Stress auszusetzen, halte ich für verantwortungsols. Ich hoffe,
dass wir mit vereinten Kräften diesen Bau verhindern können.
Mit freundlichen Gruß
Petra Jans
--
Ulrike Berger, Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband Greifswald-Peenland,
Listenplatz 15:
Auch ich möchte mich meinen grünen MitstreiterInnen Christa Labouvie
und Ulrich Rose anschließen.
Ich lehne den Bau eines Delfinariums auf Rügen ausdrücklich ab.
Unabhängig davon, dass ich finde, dass niemand nach Rügen fährt
um sich eingesperrte Delfine anzuschauen (die Insel hat einiges
Wertvolleres zu bieten), ist diese Art der "Tierhaltung" verantwortungslos.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrike Berger
--
Sabine Dallmeier-Peschke, Bündnis 90/Die Grünen, Kreistagsabgeordnete
Nordwestmecklenburg, Direktkandidatin Wahlkreis 27
Ich lehne den Bau derartiger Anlagen, wie groß sie auch immer konzipiert
sein mögen, grundsätzlich ab, ich bin sogar persönlich der Ansicht,
dass auch Zoologische Gärten und Zirkusveranstaltungen mit Tieren
abzulehnen sind, da Tiere nicht der Unterhaltung von Menschen dienen
sollten.
Vielmehr sollten Tiere in freier Wildbahn beobachtet werden können,
anstatt unter unnatürlichen, entwürdigenden Umständen leben zu müssen,
damit einige Menschen sie sich ansehen können.
Falls für eine darartige Anlage sogar Fördergelder des Landes Mecklenburg-Vorpommern
bereit gestellt werden sollen oder andere öffentliche Mittel dafür
eingeplant sein sollten , werde ich mich vehement dafür einsetzen,
falls ich als Direktkandidatin des Wahlkreises 27 in den Landtag
gewählt werde, dass diese Mittel nicht für dieses Projekt freigegeben
werden.
--
Uwe Sommerfeld, Bündnis 90/Die Grünen, Wahlkreis 19, Ludwigslust
III
Aus Gründen des Tierschutzes und auch aus grundsätzlichen Gründen
bin ich gegen das Delfinarium auf Rügen und anderswo. Ausserdem
ist diese Form der "Wildtierhaltung" mit den GRÜNEN-Werten nicht
vereinbar.
Ergänzend darf ich auf folgendes hinweisen:
- Das Chlorwasser verursacht bei den Tieren chronische Krankheiten
an Augen, Ohren, Haut und Schleimhäuten.
- Delfine erreichen in Gefangenschaft nicht das Alter wie in ihren
natürlichen Lebensräumen. Häufig werden sie nicht einaml halb so
alt.
- Große "Familien-Verbände", wie sie in den Meeren vorkommen, sind
in Gefangenschaft nicht möglich.
- Delfine sind neben Schimpansen und Elefanten die einzige Tierart,
die sich um kranke oder sterbende Angehörige kümmert. In Gefangenschaft
können sie ihr natürliches Sozialverhalten nicht ausleben.
- Die psycho- soziale Therapie für Menschen, mit der die Gefangennahme
der Tiere gerechtfertigt wird, ist mit heimischen Nutztieren ebenso
möglich. Dazu liegen viefältige Erfahrungen vor.
Für weitere Fragen und für Ihre Anregungen zum Tierschutz und für
artgerechte Nutztierhaltung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit freunlichen Grüßen
Uwe Sommerfeld
p.s.: Die Zweitstimme ist GRÜN, für artgerechte Nutztierhaltung
und Schutz der Wildtiere
--
Kerstin Felgner, Bündnis 90/Die Grünen, Direktkandidatin Wahlkreis
15, Listenplatz 7
Ich habe bereits die Protestmail an Herrn Ministerpräsidenten H.
Ringstorf und Frau Bundeskanzlerin Merkel versendet, da ich es geradezu
empörend finde, dass man die Problematik der Delfinarien heute immer
noch ignoriert.
Delfine in Gefangenschaft zu halten ist höchst bedenklich, da ihnen
in den üblichen viel zu kleinen Becken keine natürlichen Haltungsbedingungen
geboten werden können (Tauchtiefe, zurückgelegte Strecken, große
Gruppen - Delfinschulen).
Wem diese Fakten bekannt sind, der kann auch unter dem Aspekt der
Delfintherapie, die ebenso umstritten ist, die Haltung in Gefangenschaft
nur ablehnen.
Mit freundlichen Grüßen
Kerstin Felgner
--
Rüdiger Zöllig, Bündnis 90/Die Grünen, Sprecher des Ortsverbandes
Schwaan, Listenkandidat zur Landtagswahl
Die Delfintherapie ist sehr umstritten, da der gleiche Effekt meist
auch mit anderen Tieren zu wesentlich geringeren Kosten erzielt
werden kann.
Die Delfine werden stark in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.
Der Bewegungsmangel und das chlorierte Wasser begünstigen Krankheiten,
infolgedessen die Lebenserwartung sinkt.
Delfine sind intelligente Säugetiere, die nicht für unsere Unterhaltung
missbraucht werden sollten.
--
Chista Labouvie, Bündnis 90/Die Grünen, Landeskandidatin Listenplatz
3 und Direktkandidatin für Ostvorpommern II
Dieses geplante Delfinarium lehne ich ab. Es ist Tierquälerei,
und zudem nicht nachvollziehbar, wie mein Kollege aus Greifswald,
Dr. Ulrich Rose es nicht treffender bemerken konnte, dass Tiere
krank werden und leiden müssen, damit Menschen gesund werden sollen.
Irrsinn.
Mit freunlichen Grüßen
Christa Labouvie
--
Torlaf Maske, Bündnis 90/Die Grünen, Wahlkreis 13, Demmin II
Die modernen Medien bieten genügend schöne und lehrreiche Darstellungen
vom Leben dieser und anderer Tiere.
Tiere, die sich in der freien Wildbahn in größeren Gruppen über
große Entfernungen bewegen, gehören nicht eingesperrt. Finanzielle
(Föder)mittel können wesentlich sinnvoller eingesetzt werden.
--
Jutta Gerkan (Dipl.-Biologin), Bündnis 90/Die Grünen, Leiterin
des bündnisgrünen Regionalbüros in Neubrandenburg, Wahlkreis 2,
Neubrandenburg I
Das Chlorwasser ist für die Tiere schädlich. Delfine leben in größeren
Familien, was sie im Delfinarium nicht können. Das Becken ist viel
zu klein und von artgerechter Haltung weit entfernt.
--
Dr. Hartmut Kuipers, Bündnis 90/Die Grünen Direktkandidat von
Bündnis 90/Die Grünen im Wahlkreis Güstrow II
Die Ehrfurcht vor diesen Geschöpfen verbietet es, sie gefangen
zu halten.
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Kathrin Grumbach, Bündnis 90/Die Grünen Spitzenkandidatin
Wahlkreis 20
Unabhängig von einer ökonomischen Betrachtung steh ich der Sache
aus Tierschutzgründen sehr skeptisch gegnüber.
--
Gerd Hernacz, Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband Mecklenburg-Strelitz/Neubrandenburg/Uecker-Randow,
Wahlkreis 36, Ücker-Randow II
Als Mitglied des BUND lehne ich das geplante Delfinarium auf Rügen
selbstverständlich ab. Ich hatte in diesem Sommer die Gelegenheit
das Aquarium in Genua zu besichtigen und war über die Art der Haltung
von Delphinen dort entsetzt.
Die Verhältnisse entsprachen denen , die auf Rügen zu erwarten wären.
Ich wünsche Ihnen viel Mut, Kraft und Unterstützung um das Delphinarium
zu verhindern.
Mit freundlichen Grüßen
Gerd Hernacz
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Ulrike Seemann-Katz, Politische Geschäftsführerin von Bündnis
90/Die Grünen M-V, Spitzenkandidatin zur Landtagswahl, WK 32, Parchim
II
Leistungssportler werden auch nicht in Telefonzellen "gehalten".
Für tierquälerische Maßnahmen bin ich nicht zu haben.
--
Edith Lampert, Bündnis 90/Die Grünen
Landtags- und Wahlkreiskandidatin Rügen, WK 33
Den geplanten Bau des Delfinariums auf Rügen werde ich ablehnen.
Bei der Gemeinschaftsaktion in Glowe am 21.07.06 war ich dabei und
bin vier Stunden in der Reihe am Strand entlang gelaufen und habe
45 Unterschriften gesammelt.
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Hendrik Fulda, Spitzenkandidat Bündnis 90/Die Grünen, Listenplatz
2 Landesliste
Den geplanten Bau in Glowe werde ich ablehnen. Ich war selbst schon
bei Unterschriftensammlungen gegen das Delfinarium dabei.
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Camen Lange, Sprecherin des Landesvorstandes von Bündnis 90/Die
Grünen in Mecklenburg-Vorpommern, Listenplatz 13, Landesliste
Wie auch die Bündnisgrünen auf Rügen bin auch ich gegen das geplante
Delfinarium. Wir sammeln an grünen Infoständen auch Unterschriften
gegen das Delfinarium.
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Johann-Georg Jaeger, Bündnis 90/Die Grünen, Listenplatz 4 und
Direktkandidat im Wahlkreis IV in Rostock
Ich bin vor allem aus Tierschutzgründen gegen den geplanten Bau
des Delfinariums in Glowe auf Rügen. Bei weiteren Rückfragen stehe
ich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Johann-Georg Jaeger
--
Helge Kramer, Bündnis 90/Die Grünen
Wahlkreis 22, Strelitz II, Müritz II
Das geplante Delfinarium werde ich -wie wohl jede/jeder bei Bündnis
90/Die Grünen Engagierte- natürlich ablehnen.
Grüße Helge Kramer
--
Dr. Arnold von Bosse, Bündnis 90/Die Grünen, Platz 6 Landesliste
Den Delfinariumbau auf Rügen werde ich ablehnen. Anmerkung: Die
Haltung ist nicht artgerecht, tierquälerei
--
Nicolas Mantseris, Bündnis 90/Die Grünen, Wahlkreis 3, Neubrandenburg
II
Selbstverständlich lehne ich das Delfinarium ab.
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Bernd Schulz, Bündnis 90/Die Grünen Direktkandidat Wahlkreis
31 (Parchim I)
Den geplanten Bau des Delfinariums in Glowe werde ich natürlich
ABLEHNEN!
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Susan Schulz, Bündnis 90/Die Grünen, Sprecherin KV Rostock,
Listenplatz 19, Wahlkreis 4 (Rostock I)
Den geplanten Bau des Delfinariums in Glowe (Insel Rügen) werde
ich ablehnen.
--
Heinz Keuer, Bündnis 90/Die Grünen, Direktkandidat DBR I, Sprecher
des KV Wahlkreis 11, Bad Doberan I
Den geplanten Bau des Delfinariums in Glowe (Insel Rügen) werde
ich ablehnen.
--
Andreas Tesche, Bündnis 90/Die Grünen, Direktkandidat in Rostock,
Mitglied des KV Rostock
Den geplanten Bau des Delfinariums in Glowe (Insel Rügen) werde
ich ablehnen.
-- WASG
Karsten Dörre, WASG-Landesvorstand Mecklenburg-Vorpommern
Spitzenkandidat zur Landtagswahl 2006
Das geplante Delfinarium in Glowe ist ein reines Wirtschaftsunternehmen.
Delfine sollen durch ihre Gefangenschaft dem Investor und der Kommune
Geld einbringen.
Um dem kommerziellen Anschein des Delfinariums zu verschleiern (Wellness
und Delfinvorführungen), wird eine "Delfintherapie" in die Öffentlichkeit
gestreut, die behinderten oder lernschwachen Kindern helfen soll.
Interessant ist an dieser "Delfintherapie", dass sie nur für Kinder
angeboten wird und nicht für Erwachsene. Da keine wissenschaftlichen
Studien und Nachweise existieren, muss davon ausgegangen werden,
dass einzig das wahrnehmbare spezifische Tierverhalten eines Delfins
(der spielerische und lachende Delfin) Grundlage der Therapie nur
für Kinder ist.
Es gibt domestizierte Tierarten (z.B. Pferde, Hunde, Katzen), die
weniger Geld für Therapien für behinderte Kinder kosten und zudem
artgerecht gehalten werden können.
--
Franziska von Weber, WASG
Wahlkreis 7, Rostock IV
Ich bin auf jeden Fall gegen den Bau dieses Delfinariums.
Es wird niemandem nützen. Nicht der Popularität der Insel Rügen
und schon gar nicht den Delfinen. Wenn ich es richtig verstanden
habe, sollen dazu sogar noch in Freiheit lebende große Tümmler eingefangen
und dann dort angesiedelt werden? Unmöglich!
Ich denke, das Stralsunder Meeresmuseum erfüllt bestens seine Zwecke
uns die Unterwasserwelt nahe zu bringen.
Mit Tierquälerei Touristen anlocken zu wollen, erscheint mir sehr
makaber. Da kann man ja auch in ein Museum gehen, wo mittelalterliche
Folterinstrumente am lebenden Objekt vorgeführt werden.
Ich werde in jedem Fall gegen den Bau stimmen und kann Sie nur ermutigen,
weiter zu machen und die Menschen über diese Geschichte aufzuklären,
um einen möglichst breiten Widerstand in der Bevölkerung zu bekommen.
Mit freundlichen Grüßen,
Franziska von Weber
--
Claudia Temps, WASG, Mitglied im geschäftsführenden Landesvorstand
Direktkandidatin im Wahlkreis Güstrow II, Listenkandidatin der WASG
Ich sehe es auch so, dass gerade die Haltung von Delphinen (und
anderen großen Meeressäugern) in Gefangenschaft ist nach wie vor
problematisch ist.
Die Zoo- bzw. Aquarienbesucher bekommen selten mit, dass die Tiere
in Gefangenschaft bei weitem nicht das Alter erreichen wie wildlebende
Tiere, was immer ein Zeichen dafür ist, dass die Haltung nicht artgerecht
erfolgt.
Wer im Urlaubsland M-V maritime Lebewesen bewundern möchte, kann
dies im Stralsunder Museum für Meereskunde und Fischerei tun. Hier
ist in öffentlicher Verantwortung auch eher eine artgerechte Haltung
durchsetzbar und zu kontrollieren.
In M-V gibt es ansonsten gute Voraussetzungen für andere Formen
tiergestützter Therapien. Beim Tierheim Schlage gab er hierzu sogar
mal ein gefördertes Arbeitsmarktprojekt, es gibt private Ausbilder
von Therapiehunden und auch eine Reihe von Möglichkeiten zur Hippotherapie,
die meines Erachtens bekannter gemacht und stärker gefördert werden
sollte.
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Temps
--
Heike Hörig, WASG
Landtagskandidatin der WASG (Arbeit und soziale Gerechtigkeit -
Die Wahlalternative), Landesliste Platz 4 und Direktkandidatin Wahlkreis
Rostock I
Profitinterressen Einzelner sollen hier wieder einmal über den
artgerechten Umgang mit anderen Lebewesen gestellt werden. Eine
artgerechte Haltung von Delphinen ist wie in dem geplanten Delphinarium
nicht möglich.
Die Haltung dieser hochintelligenten Lebewesen zur kommerziellen
Zurschaustellung, und hier zudem noch motiviert aus egoistischen
Profitinteressen Einzelner, ist aufs Schärfste zu verurteilen und
somit unter keinen Umständen zu befürworten.
-- PDS
Dr. Mignon Schwenke, Die Linkspartei.PDS
Wahlkreis 1 Hansestadt Greifswald
Sie haben angefragt, wie ich zu dem auf Rügen vorgesehenen Delfinarium
stehe. Ich lehne es ab.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Mignon Schwenke
--
Angelika Gramkow, MdL, Die Linkspartei.PDS
Wahlkreis 8, Schwerin I
Den geplanten Bau des Delfinariums in Glowe (Insel Rügen) werde
ich ablehnen.
-- Familienpartei
Arne Gericke, Landesvorsitzender der Familien-Partei Deutschlands
Das geplante Delfinarium in Glowe (Insel Rügen) werde ich ablehnen,
da die Tiere dort nicht artgerecht gehalten werden können.
Andererseits möchte ich ergänzen, dass unter diesem Gesichtspunkt
mindestens jeder zweite Hund in Deutschland nicht artgerecht gehalten
wird und fast jede Hauskatze.
Im übrigen halte ich es für wichtig, dass Kinder die Möglichkeit
bekommen, Tiere kennen zu lernen. Immer mehr Kinder und Jugendliche
werden für die Natur im Ganzen sensibilisiert, was langfristig Folgen
für den Umweltschutz haben kann.
Daher ist es nicht leicht, die Form der Tierhaltung unter dem Aspekt
der "artgerechten Haltung" zu betrachten.
Ich weise dabei nochmals auf die Haltung von Haustieren hin, die
oft nicht als artgerecht bezeichnet werden kann. Soweit in Kürze
zu meiner Ablehnung des geplanten Baus des Delfinariums in Glowe.
-- SPD
Dr. Till Backhaus, SPD, Minister für Ernährung, Landwirtschaft,
Forsten und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern
Ihre E-mail vom 26.08.2006 bezüglich der Errichtung eines Delphinariums
in Glowe, Landkreis Rügen, habe ich erhalten. Dafür und für Ihr
persönliches Engagement auf diesem speziellen Gebiet des Tierschutzes
möchte ich Ihnen danken.
Leider ist es auf Grund der bestehenden Rechtslage im Bereich des
Tierschutzes nicht möglich, den geplanten Bau eines Delphinariums
zu verbieten.
Daher möchte ich Ihnen wie folgt antworten:
Wie ich Ihrem Schreiben entnehmen kann, ist Ihnen die Problematik
der Errichtung eines Delphinariums in Glowe hinreichend bekannt.
Die Gemeinde Glowe plant gemeinsam mit einer Investorengruppe in
Erwartung touristischer und arbeitsmarktpolitischer Effekte ein
Investitionsvorhaben, in dessen Mittelpunkt die Haltung von Delphinen
stehen soll.
Einen Schwerpunkt soll der Bau einer Kureinrichtung zur Durchführung
einer Delphintherapie bilden. Wenn ich auch die in das Feld geführten
ökonomischen und touristischen Argumente durchaus verstehe, sollte
diese Problematik nicht nur aus dieser Richtung sondern auch aus
der Sicht des Tierschutzes beleuchtet werden.
Grundsätzlich regelt der § 2 des Tierschutzgesetzes, in der derzeit
gültigen Fassung, die Pflichten eines Tierhalters bez. der Haltungsbedingungen
für Tiere.
Hier wird festgelegt,
"Wer ein Tier betreut oder zu betreuen hat,
1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend
angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,
2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht
so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder
Schäden zugefügt werden,
3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte
Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten
verfügen!
Spezielle Regelungen die Haltung von Walen betreffend sind im
"Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren"
des BMELV vom 10. Juni 1996 geregelt.
Insofern gibt es aus rein tierschutzrechtlicher Sicht keine
Rechtsgrundlage, die das Halten von Walen in so genannten Delphinarien
grundsätzlich verbietet.
Delphine sind jedoch an eine vielgestaltige, erlebnisreiche und
weiträumige, natürliche Umwelt angepasst. Trotz durchaus anerkennenswerter
Verbesserungen der Haltungsbedingungen in den letzten Jahren muss
davon ausgegangen werden, dass diese hoch entwickelten und sensiblen
Tiere unter der beengten und äußerst reizarmen Haltung leiden.
Aus diesem Grund sind der Bau eines Delphinariums und die Haltung
von Delphinen zu therapeutischen Zwecken aus der Sicht des Tierschutzes
kritisch anzusehen, da nach heutiger Auffassung eine artgerechte
Haltung dieser Tiere in Gefangenschaft, auch bei Einhaltung aller
Parameter des Säugetiergutachtens des BMVEL, nicht möglich ist.
Erfahrungen aus verschiedenen Delphinhaltungen liegen dazu vor.
Delphine sind extrem an das Leben im Wasser angepasste, sozial
lebende Tiere. Die Mindesthaltungsnormen für Delphine stellen sehr
ausführliche und anspruchsvolle Forderungen an Anlage- und Raumbedarf,
an die Wasserqualität, Ernährung und Fütterung, das Sozialgefüge
sowie die tierpflegerische und tierärztliche Betreuung.
Weiterhin sollte ein umfassendes Bildungsprogramm, die Teilnahme
an Forschungsprojekten und die Teilnahme an nationalen und internationalen
Erhaltungszuchtprogrammen gegeben sein. Es wäre also zu prüfen,
ob der Investor überhaupt die Forderungen des Gutachtens über die
Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren erfüllen kann.
Weitere Bedenken, die gegen den Bau eines Delphinariums auf Rügen
sprechen:
1. Delphine benötigen eine optimale Wassertemperatur von 18 bis
21°C. Unter den klimatischen Bedingungen auf Rügen erfordert dies
ein entsprechendes Gebäude. Dies dürfte ein begrenzender Faktor
für die Größe der Becken für die Delphine sein und bedeutet auch
hohe Betriebskosten.
2. Die geforderte Zusammenstellung harmonisierender, sozial verträglicher
Gruppen von Delphinen ist sehr schwierig zu realisieren.
3. Die Delphin-Therapie wird höchst kontrovers diskutiert. Es sind
keine Forschungs- arbeiten bekannt, die nachweisen, dass die Interaktion
mit Delphinen überhaupt effektiver ist als die Interaktion mit Haustieren.
Es sollte deshalb geprüft werden, ob die geplante Delphin-Mensch-Therapie
nicht auch mit anderen Tieren und wesentlich geringeren Kosten erreicht
werden kann.
Recherchen haben ergeben, dass bundesweit fünf der neun, und in
England alle Delphinarien geschlossen wurden. So gab auch das einst
existierende Delphinarium in Schleswig-Holstein seinen Betrieb bereits
vor Jahren (1994) aus verschiedenen Gründen freiwillig auf. Als
ein Grund wurden z.B. plötzliche Todesfälle (auch bei Jungtieren)
ohne vorangegangene Klinik angegeben, und es wurde auch damit argumentiert,
dass aus der Erfahrung im Betrieb mit diesem Delphinarium festgestellt
werden musste, dass Delphine weniger gut als Zootiere geeignet sind.
Eine Befragung meines Tierschutzbeirates hat ergeben, dass sich
die Mitglieder aufgrund tierschutzrechtlicher Bedenken gegen den
Bau eines solchen Delphinariums positionieren.
Die für Tierschutz zuständige Veterinärbehörde des Landkreises
Rügen ist bis dato nicht in den Vorgang involviert. Ein Antrag gemäß
Zoogesetz gibt es bisher ebenfalls nicht, und damit auch kein Genehmigungsverfahren,
in dem anhand konkreter Angaben eine tierschutzrechtliche Bewertung
des Vorhabens möglich wäre.
Aus diesen Gründen scheint es mir angebracht, die Absicht des Baus
dieses Delphinariums noch einmal zu überdenken.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Till Backhaus
--
Thomas Krüger, SPD Landesgeschäftsführer
Vielen Dank für Ihre E-Mail vom 28.August 2006 an den Parlamentarischen
Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern.
Herr Dankert hat mir diesen zuständigkeitshalber zugeleitet.
Gerne will ich Ihre Frage mit mehr als einem Kreuz beantworten.
Dem Grunde nach lehnen wir das Anliegen ab, auf Rügen ein
Delfinarium zu errichten. Wir erachten einerseits die Möglichkeit
der artgerechten Haltung für nicht gegeben. Andererseits ist
das Projekt weit von dem Zustand der Entscheidungsreife entfernt.
Nach meinem Kenntnisstand sind eine ganze Reihe der für eine
Genehmigung zwingend erforderlichen Unterlagen nicht eingereicht
worden. Ohne ein schlüssiges Gesamtkonzept lässt sich
weder in diesem noch in irgendeinem anderen Fall üder die Realisierung
sprechen.
Zudem bezweifeln wir die Möglichkeit, eine solche Anlage wirtschaftlich
zu betreiben. Sollten wir uns mit dieser Auffassung dennoch nicht
durchsetzen können, werden wir darauf dringen, der Einrichtung
allerhöchste Standards in allen Bereichen abzuverlangen.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Krüger
Landesgeschäftsführer
--
Sylvia Bretschneider, Kandidatin der SPD Neubrandenburg für
die Wahl zum 5.Landtag Mecklenburg-Vorpommern Neubrandenburg
Für ihre Anfrage zu dem geplanten Bau eines Delfinariums in Glowe
auf der Insel Rügen, danke ich Ihnen.
Eine Antwort auf Ihren Wahlprüfstein ist jedoch nicht einfach,
weil mehrere Belange zu berücksichtigen sind.
Als Präsidentin des Landestourismusverbandes stehe ich allen Initiativen
und Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber, die der Förderung
des Tourismus in unserem Land zuträglich sind. Gleichzeitig bin
ich auch Tierhalterin und Tierfreundin und halte den Tierschutz
für eine wesentliche Aufgabe unserer Gesellschaft.
Der Landtag Mecklenburg-Vorpommern hat aus diesem Grund im Rahmen
der letzten Verfassungsänderung dem Tierschutz Verfassungsrang eingeräumt,
um den Maßstab bei der Abwägung zwischen den Interessen der Tiernutzung
und dem Anspruch der Tiere auf Schutz vor Leiden, Schäden oder Schmerzen
stärker zugunsten des Tierschutzes auszurichten.
Folglich darf bei der Abwägung zwischen dem wirtschaftlichen Vorteil
und dem Tierschutz nicht alles bedingungslos der ökonomischen Komponente
untergeordnet werden. Im konkreten Fall des Baus eines Delfinariums
in Glowe auf der Insel Rügen steht jedoch nach meiner Auffassung
dieser Abwägungsprozess noch nicht an.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind die Planungen noch nicht konkret
genug, um diese Abwägung unter Einbeziehung aller entscheidungsrelevanter
Faktoren vornehmen zu können. Dies gilt umso mehr, als die Gemeinde
Glowe zurzeit nicht über die erforderliche Infrastruktur und verkehrstechnische
Anbindung verfügt, um ein solches Delfinarium zu betreiben.
Gleichwohl kann ich Ihre Interessen durchaus nachvollziehen und
halte es für eine richtige Strategie, sich als Lobbyist für die
Interessen der Delfine möglichst früh in den Entscheidungsprozeß
einzubinden.
Mit freundlichen Grüßen
Sylvia Bretschneider, MdL
--
Manuela Schwesig, Mitglied im SPD Landesvorstand
Listenkandidatin der SPD für den Landtag
Vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich bitte um Verständnis, dass ich
erst heute antworte.
Den geplanten Bau des Delfinariums in Glowe (Insel Rügen) werde
ich ablehnen. Tiere müssen in ihrer natürlichen Umgebung leben.
Das gilt besonders für Delfine, die hochempfindlich und sensibel
sind.
Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg für Ihre Initiative.
Mit vielen Grüßen aus Schwerin
Manuela Schwesig
-- Einzelbewerber
Karl-Heinz Klinger, Einzelbewerber
Wahlkreis 12, Bad Doberan II
Natürlich bin ich gegen ein Belustigungsbecken mit Delfinen in
Glowe und werde mich immer eindeutig dagegen aussprechen. Leider
war ich diese Woche mit meiner 6jährigen Enkelin im Rostocker Zoo,
und was ich dort gesehen habe, hat mich auch nicht froh gestimmt.
Es ist allgemein äußerst bedenklich Tiere in Gefangenschaft zu halten.
Meine Frau und ich zählen zu interessierten Tierschützern.
Gruß Klinger
-- C D U
Mathias Löttge, CDU
Wahlkreis Nordvorpommern III, Stralsund I
Das Delfinarium werde ich ablehnen.
Mit freundlichen Grüßen
Mathias Löttge
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Frank Giesen, CDU
Direktkandidat im Wahlbereich Rostock II Mecklenburg-Vorpommern
Den geplanten Bau des Delfinariums in Glowe (Insel Rügen) werde
ich ablehnen.
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Günther Rühs, CDU
Wahlkreis Neubrandenburg I
Herzlich danke ich für Ihre Frage zum Thema Delphinarium in Glowe
auf Rügen. Dass Sie diese nicht an die auf Rügen Kandidierenden
gestellt haben, sondern mich als Stadtpräsidenten von Neubrandenburg
ansprechen, ehrt und erstaunt mich zwar, veranlasst mich jedoch
andererseits zur Beschäftigung mit dem Thema.
Offensichtlich gibt es bis dato noch nicht einmal einen Bauantrag.
Nichtsdestotrotz stehe ich selbstverständlich dafür ein, die in
Deutschland geltenden strengen gesetzlichen Vorgaben anzuwenden.
Unter der Prämisse sehe ich nach meinem Erkenntnisstand kaum Spielraum
für ein derartiges Projekt. Sollte ich diesbezüglich eine Entscheidungsbefugnis
erhalten, werde ich in Verantwortung für Mensch und Tier handeln.
Aus heutiger Neubrandenburger Sicht würde ich das Projekt ablehnen.
Mit freundlichem Gruß,
Günter Rühs.
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Dr. Henning von Storch, CDU
Wahlkreis Bad Doberan I
grundsätzlich unterstütze ich alle Maßnahmen, welche zur Entwicklung
der Tourismuswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern beitragen.
Hierzu zählen insbesondere alle Maßnahmen, die der Saisonverlängerung
dienen und den Touristen die Möglichkeit eröffnen, Natur und Umwelt
aktiv zu erleben.
Aus diesem Grunde begrüße ich die Errichtung eines Delfinariums
auf der Insel Rügen unter der Voraussetzung, dass die Vorgaben des
Tierschutzrechtes und der Europäischen Zoorichtlinie eingehalten
werden.
Sollte das geplante Delfinarium der Richtlinie 1999/22/EG des Rates
der Europäischen Union vom 29. März 1999 über die Haltung von Wildtieren
in Zoos nicht entsprechen, lehne ich die Errichtung des Delfinariums
ab.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Henning von Storch
--
Andreas Petters, CDU
Wahlkreis Ludwigslust II
Grundsätzlich unterstütze ich alle Maßnahmen, welche zur Entwicklung
der Tourismuswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern beitragen. Hierzu
zählen insbesondere alle Maßnahmen, die der Saisonverlängerung dienen
und den Touristen die Möglichkeit eröffnen, Natur und Umwelt aktiv
zu erleben. Aus diesem Grunde begrüße ich die Errichtung eines Delfinariums
auf der Insel Rügen unter der Voraussetzung, dass die Vorgaben des
Tierschutzrechtes und der Europäischen Zoorichtlinie eingehalten
werden. Sollte das geplante Delfinarium der Richtlinie 1999/22/EG
des Rates der Europäischen Union vom 29. März 1999 über die Haltung
von Wildtieren in Zoos nicht entsprechen, lehne ich die Errichtung
des Delfinariums ab.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Petters, MdL
-- FDP
Von der FDP ging keine Stellungnahme zum geplanten Delfinarium
auf der Insel Rügen ein, obwohl alle 59 Kandidaten am 27.08.06 von
uns angeschrieben wurden.
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