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28.07.2006

Pressemitteilung

- Strafanzeige gegen den Nürnberger Zoo -

- Zoodirektor nimmt Tod der Delfine billigend in Kauf -

- Die Delfinbefreier: Sogenannte "Lagune" mit allen Mitteln verhindern -

Die Tierrechtsinitiative Die Delfinbefreier wird bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg/Fürth Strafanzeige gegen die Verantwortlichen des Nürnberger Zoos erstatten. Die Grundlage hierfür liefern der Zoodirektor Dag Encke und seine Mitarbeiter selbst, indem sie mehrfach zugaben, die Delfinhaltung nicht im Griff zu haben und unerfahren zu sein. Auch über die Todesursachen könne man teilweise nur Mutmaßungen anstellen. Obwohl Encke eingesteht, vor einem "Scherbenhaufen" zu stehen und von mehreren Seiten die Schließung des Delfinariums gefordert wird, hält er verbissen an dieser Einrichtung fest und beabsichtigt sogar, weiterhin auf die gleiche Art und Weise mit den Delfinen zu experimentieren und somit deren Tod billigend in Kauf zu nehmen.
Besonders schwerwiegend ist auch die Tatsache, dass man der Öffentlichkeit bis zum jetzigen Zeitpunkt eine gut funktionierende Einrichtung vorgetäuscht hatte.

"Die Strafanzeige steht so auf einem festen Fundament, das sich die Verantwortlichen des Zoos selbst geschaffen haben", so Michael Scharf, Sprecher der Initiative.

Die Fakten belegen eindeutig, dass die Todesrate im Nürnberger Delfinarium weitaus höher als die in der freien Wildbahn liegt, denn von 16 in Nürnberg geborenen Delfinen sind bereits zwölf gestorben. Damit liegt der Zoo längst nicht mehr im statistischen Normbereich. Auch Studien belegen eindeutig, dass Delfine in freier Wildbahn durchschnittlich zehn Jahre älter werden als im Nürnberger Delfinarium (Quelle: Studie der Internationalen Meeressäuger Vereinigung).

Die sogenannte "Lagune" wird zum einzigen Strohhalm, an den sich die Verantwortlichen des Zoos noch klammern können. Doch auch bei diesem geplanten Bau handelt es sich um ein Projekt, das den Großen Tümmlern kein würdiges Leben bieten kann. Die Tiere schwimmen in Freiheit täglich bis zu 250 Kilometer, tauchen 500 Meter tief und leben in Gruppen von manchmal bis zu 100 Artgenossen zusammen. Die Behauptung, die Meeressäuger würden in einem 65 Meter langen, 30 Meter breiten und sieben Meter tiefen Außenbecken artgerecht gehalten werden, ist nur eine weitere Täuschung der Öffentlichkeit.

Also wird auch der geplante Bau die Probleme nicht beheben können, denn bemerkenswert ist auch, dass das geplante Becken den Tieren nur in den wärmeren Monaten zur Verfügung steht. Außerdem wird die "Lagune", sollte sie wirklich gebaut werden, weitere wildgefangene Delfine zur Folge haben, denn die letzten Fälle haben nur zu offensichtlich gezeigt, dass die Nachzucht nicht funktioniert. Wildfänge übrigens werden von rund zwei Dritteln der Nürnberger Bevölkerung abgelehnt; dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Meinungsumfrage. Auch der Steuerzahler wird wieder einmal kräftig zur Kasse gebeten, denn der zehn Millionen Euro teure Bau wird zu einem großen Teil aus Steuermitteln finanziert und auch die fortlaufenden Kosten, die sich schon jetzt jährlich auf ca. 500.000 Euro belaufen, werden nochmals erheblich ansteigen.

"Wir werden den Bau des Außenbeckens, der sogenannten "Lagune" zu verhindern wissen und auch weiterhin mit allen Mitteln für die Schließung des Delfinariums eintreten", so Scharf.

 

 
 

Michael Scharf | Postfach 12 39 | 90702 Fürth
Tel. 09 11/7 36 09 73 | Fax 09 11/7 36 09 73 | tierrechtsoffensive-franken@freenet.de