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22.06.2006
Pressemitteilung
- Unhaltbare Zustände: 30 tote Delfine im Nürnberger
Skandalzoo -
- Gesprächstermin mit Bürgermeister Förther
und TierrechtlerInnen anberaumt -
NÜRNBERG/SOLTAU Im Nürnberger Delfinarium
häufen sich die Todessfälle, mittlerweile steigt die Zahl
der frühzeitig ums Leben gekommenen Tiere auf 30 an; alleine
drei davon kamen innerhalb diesen Jahres ums Leben.
Nachdem erst im Mai 2006 ein Delfinkalb kurz
nach der Geburt starb, kamen am Montag, den 19.06.06 abermals
zwei Delfine ums Leben. Hierbei handelt es sich um den Delfin
“Daisy”, der aus dem Freizeitpark “Heidepark Soltau” (Norddeutschland)
in den Nürnberger Zoo gebracht wurde und ihr noch ungeborenes
Baby. Das Delfinjunge starb bereits im Mutterleib. Wie sich
herausstellte waren Keime in die Gebärmutter gelangt, wodurch
sich Gase bildeten. In Folge dessen hatten sich die Haut und
das Gewebe des Kalbes aufgelöst, so dass bereits Knochen freilagen.
Ein freigelegtes Schulterblatt hatte die Gebärmutter des Delfinweibchens
aufgeschnitten, wobei Fruchtwasser in dessen Bauchhöhle gelangte.
Nach zehnstündigem Kampf wurde Daisy letztlich eingeschläfert.
Die Zooleitung gesteht sich indes eine weitere
schwere Niederlage ein und machte auf einer Pressekonferenz
auch keinen Hehl mehr daraus, dass sie selbst nicht mehr weiter
wüsste. Die Verantwortlichen gaben selbst zu, dass bereits
zwei Drittel der hier geborenen Tiere ums Leben kamen.
„Konsequenzen jedoch scheinen die vermeintlichen
Fachleute aus ihrem Fehlverhalten nicht ziehen zu wollen,
zu verbissen halten sie am geplanten Vorhaben fest, den Delfinen
auch weiterhin mit Schläuchen, Spritzen, Medikamenten und
anderen Hilfsmitteln zu Leibe zu rücken, anstatt den Forderungen
der zahlreichen Tier- und Naturschutzverbänden aus dem In-
und Ausland nachzugeben und das Delfinarium zu schließen“,
so Michael Scharf. Ein positives Beispiel stellt England dar,
hier wurden bereits alle Delfinarien aus Tierschutzgründen
geschlossen.
Um nun auch einen Ausweg aus der dramatischen
Situation im hiesigen Delfinarium zu finden, wurde mit dem
Bürgermeister und Tiergartenbeauftragten Herrn Förther sowie
eines Verantwortlichen des Zoos ein Gesprächstermin anberaumt.
Michael Scharf
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