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19.07.2006

Pressemitteilung

­30 tote Delfine im Nürnberger Zoo-

-Tierrechtsinitiative bereitet sich auf Bürgerentscheid vor-

-Bürgermeister Förther endlich zu Gesprächen mit TierrechtlerInnen bereit-

Auf Grund der dramatischen Lage im Nürnberger Delfinarium findet am Donnerstag, den 20.07.06 um 11.00 Uhr ein Gespräch zwischen TierrechtlerInnen, dem für den Tiergarten zuständigen Bürgermeister Förther, sowie einem Vertreter des Zoos statt. Schon seit einiger Zeit hatten die TierrechtsaktivistInnen um diesen Termin gebeten, doch erst nach dem 30. toten Delfin im Nürnberger Zoo zeigten sich die Verantwortlichen gesprächsbereit.

Da die Tiere rund um die Uhr ärztlich überwacht werden müssen und rund 40% der Tierarztkosten des gesamten Zoos alleine auf das Delfinarium entfallen, stellte die Initiative Die Delfinbefreier eine schriftliche Anfrage, in der es unter anderem um die Verabreichung von Medikamenten für die Großen Tümmler geht. Trotz mehrerer Nachfragen erhielten die TierrechtlerInnen bis dato keine Antwort. Das Gespräch soll nun endlich Aufschluss über diverse Fragen geben.

Neben der Meeresverschmutzung und der Überfischung der Ozeane können auch Fänge zu Ausstellungszwecken für Delfinarien gesamte wildlebende Populationen schwer belasten. Nicht zu vergessen ist hier auch die Qual, die jedes einzelne Tier erleiden muss. Es ist ignorant, anzunehmen, dass Meeressäuger, die in der Freiheit täglich weite Strecken von bis zu 250 Kilometern schwimmen und 500 Meter tief tauchen im Delfinarium artgerecht gehalten werden können. Deshalb brachte der Stadtrat GrosseGrollman schon im Sommer 2004 einen Antrag zur Abstimmung im Kulturausschuss der Stadt Nürnberg ein. Es sollte sichergestellt werden, daß der Tiergarten in Zukunft keine Delfine, die in freier Wildbahn gefangen wurden, sondern nur noch, wenn überhaupt, Zuchttiere erwerben kann.

Da besagter Antrag immer wieder übergangen oder „verschleppt“ wurde, will die Tierrechtsinitiative Die Delfinbefreier nun die Schließung des Delfinariums mittels Bürgerentscheid erreichen.

Während der Antrag, der auf ein solches Verbot abzielt, vom Kulturausschuss der Stadt Nürnberg immer wieder übergangen oder “verschleppt” wurde, blieben auch die Appelle an die Vernunft der Zooleitung und der für den Zoo zuständigen PolitikerInnen ungehört. Auch die Tatsache, dass sich mehr als 100 Tier und Naturschutzorganisationen und rund zwei Drittel der Nürnberger Bevölkerung im Zuge einer repräsentativen Meinungsumfrage gegen weitere Wildfänge für den hiesigen Zoo ausgesprochen hatten, wurde von der Stadtspitze ignoriert.
“Man hatte gehofft die Proteste aussitzen zu können und lange Zeit darauf gewartet, dass uns die Luft ausgeht”, so Michael Scharf, Sprecher der Initiative. „Dem anstehenden Bürgerentscheid sehen wir positiv entgegen.“

Die Stadt Nürnberg hat jedoch noch einmal die Möglichkeit den Bürgerentscheid zu umgehen. Die Verantwortlichen müssen lediglich dafür Sorge tragen, dass besagter Antrag bei der nächsten Kulturausschusssitzung am 11. Oktober 2006 auf die Tagesordnung gesetzt wird, damit darüber abgestimmt werden kann. Bei einem Ergebnis zu Gunsten der Tiere werden die Initiatoren des Bürgerbegehrens darauf verzichten, die Unterschriften einzureichen. Im Falle einer Ablehnung werden sie es jedoch auf einen Bürgerentscheid ankommen lassen.

Michael Scharf

 

 
 

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